Kurzes Update zur Eurokrise

Eurokrise schwächt Kaufkraft der Deutschen

Nicht nur in Griechenland, sondern auch in Deutschland heißt es in 2012 den Gürtel enger zu schnallen.

Die Schwäche des Euro wirkt sich zunehmend auf die Kaufkraft aus, so dass die Bürger für das gleiche Geld weniger Waren, Güter und Dienstleistungen aus der Nicht-Eurozone erhalten. Anfang Mai 2011 lag der Eurokurs gegenüber dem US-Dollar noch bei über 1,46 €/$, brach dann aber bis Jahresende auf knapp 1,30 €/$ fast 10% ein, was vor allem Autofahrer zu spüren bekamen.

Gegenüber dem Höchststand im Juli 2008 hat der Euro bis zum 1.1.2012 sogar ungefähr 18% an Wert verloren. Theoretisch bedeutet dies, dass nun die Bürger Europas für dieselbe Menge Geld ebenfalls bis zu 18 Prozent weniger Gegenleistung aus der Nicht-Eurozone erhalten.

Oder anders gesagt: Wir bekommen jetzt für jeden Euro gerundet ein Fünftel weniger aus der Nicht-Eurozone als noch im Sommer 2008.

Bedingt durch Inflation wird der Anteil bei einigen Waren sogar höher ausfallen, während bedingt durch Fortschritt bei anderen Waren keine großen Preisschwankungen auftreten. Hier mal eine super Dokumentation für Leute die noch nicht verstanden haben, was genau die Eurokrise eigentlich ist.

Deutlich sichtbar wird die Schwäche des Euro vor allem bei Lebensmitteln (Kaffee, Mais, Hafer, Zucker etc.) und an der Zapfsäule, sowie bei Konsumgütern aus den USA und anderen Nicht-Euro Staaten. So liegen die Preissteigerungen seit 2008 bei teilweise über 100%.

In 2012 drohen weitere Finanzspritzen in der Eurozone den Euro und damit die Kaufkraft weiter zu schwächen, was sich spürbar auf den Geldbeutel auswirken kann.

Geringere Kaufkraft führt normalerweise zu weniger Konsum, Sparguthaben und Investitionen. Die Folge wäre eine Rezession, was den Euro weiter schwächen würde.

Ein schwacher Euro ist jedoch nicht nur negativ zu bewerten. Insbesondere die Exportwirtschaft wird durch einen schwachen Euro auf dem Weltmarkt gestärkt. Gleichzeitig wird es für Unternehmen aus der Nicht-Eurozone schwieriger preislich mit Unternehmen aus der Euro-Zone mitzuhalten, was zu einer Stärkung des europäischen Binnenmarktes führen kann.

Das heißt, dass trotz eines Konsum- und Investitionsrückganges viele neue Jobs entstehen können.