Europäische Aktien günstiger bewertet als US-Aktien

Deutsche Aktien bald nichtsmehr wert?

Europäische Aktien sind derzeit günstiger bewertet als US-Aktien. Zu dieser Einschätzung kommt die Fondsgesellschaft Pioneer Investments in einem aktuellen Marktbericht. Danke an das Magazin für das Aktien kaufen www.aktienkaufen.tips für die Idee für diesen Artikel.

„Anders als in Europa ist das Szenario eines anhaltend schwächeren Wirtschaftswachstums noch nicht vollständig in den aktuellen Bewertungen der US-Aktien eingepreist“, erklärt Jürgen Rauhaus, Investmentchef von Pioneer Investments in Deutschland.

US-Aktien „Neutral“

Sind unsere europäischen Aktien bald nichtsmehr wert?

Sind unsere europäischen Aktien bald nichtsmehr wert?

Bei den europäischen Aktien hingegen seien in sehr hohem Maße schon Befürchtungen bezüglich der Schuldenkrise – wie beispielsweise eine geordnete Insolvenz Griechenland – in Aktien- und Anleihekursen eingepreist.

„Außerdem hat der Kurssturz in den vergangenen Wochen die europäischen Börsen auf breiter Front ergriffen, sodass selbst Aktien von Unternehmen in Mitleidenschaft gezogen wurden, die ihren Umsatz größtenteils außerhalb der Europäischen Union in Schwellenländern erwirtschaften, die nicht rezessionsgefährdet sind“, so Rauhaus.

Vor diesem Hintergrund stockte Pioneer Investments in der taktischen Asset Allokation den Anteil europäischer Aktien auf und reduzierte im Gegenzug das US-Engagement leicht, entsprechend senkte der Asset Manager die Einschätzung des US-Aktienmarktes von „Overweight“ auf „Neutral“.
European Equity trotz günstiger Bewertungen nur „Underweight

Europäische Aktien bleiben „Underweight“

Doch trotz günstigerer Kurse in Europa stuft Pioneer Investments den europäischen Aktienmarkt unverändert mit „Underweight“ ein.

Rauhaus betont in diesem Zusammenhang, dass das Risikomanagement beim Investment eine extrem wichtige Rolle spiele:

Viele europäische Aktien sind nach den Kurstürzen scheinbar günstig – doch nur mit sorgfältiger Risikoanalyse und -kontrolle sind hier sinnvolle Engagements möglich„.

Denn wenn die derzeit alles dominierenden Kriseneffekte abnähmen und damit auch die Volatilität sinke, fänden auch die immer noch guten Kennzahlen europäischer Unternehmen wieder stärkere Beachtung bei den Anlegern, erwartet Rauhaus.
Aktien der Global Emerging Markets bleiben „Overweight“

Das Thema Risikomanagement werde die Wertpapiermärkte auf Jahre prägen, erwartet der Investmentexperte.

Die kommenden Jahre werden durch einen langwierigen Schuldenabbau, geringes Wirtschaftswachstum und niedrige Renditen geprägt sein„.

Vor diesem Hintergrund funktionierten die früheren Investmentlösungen nicht mehr ohne Weiteres. Dennoch schaffe das veränderte Marktumfeld auch neue Anlagemöglichkeiten.

Langfristig werden die Emerging Markets aufgrund ihres Wirtschaftswachstums und ihrer guten volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen weiter an Bedeutung gewinnen.

Dies spiegelt sich auch in der taktischen Asset Allokation wider: Aktien aus dem Segment „Global Emerging Markets“ bewertet Pioneer Investments weiterhin mit „Overweight“.

Die abgeschwächte Weltkonjunktur führe dazu, dass der Inflationsdruck in den Schwellenländern abnehme und so die dortigen Zentralbanken ihre bislang restriktive Geldpolitik wieder lockern könnten. Dies gebe diesen Volkswirtschaften neue Impulse.

Für Investoren bedeutet das veränderte Marktumfeld einen stärkeren Fokus auf Value-Strategien, verstärkte Bottom-up-Titelauswahl sowie ein größeres Gewicht der taktischen Asset Allokation.

Wenn diese drei Bausteine in eine gute Anlagestrategie eingebettet sind, können Anleger auch zukünftig solide Renditen erzielen„, so Rauhaus.